IPv4 wurde 1981 standardisiert und verwendet 32-Bit-Adressen, dargestellt als vier Zahlen (0–255) getrennt durch Punkte: z.B. 192.168.0.1. Das ergibt rund 4,3 Milliarden mögliche Adressen. Als IPv4 entworfen wurde, schien das mehr als genug. Heute, mit Milliarden von Smartphones, IoT-Geräten und Servern, sind die Adressen erschöpft.
IPv6 verwendet 128-Bit-Adressen, dargestellt als acht Gruppen von je vier Hexadezimalziffern: z.B. 2001:0db8:85a3::8a2e:0370:7334. Das ermöglicht 340 Sextillionen (3,4 × 10³⁸) Adressen – mehr als genug für alle denkbaren Geräte bis in ferne Zukunft.
Adresslänge: IPv4 = 32 Bit (4 Milliarden Adressen), IPv6 = 128 Bit (340 Sextillionen Adressen).
NAT (Network Address Translation): Da IPv4-Adressen knapp sind, teilen sich viele Geräte über NAT eine öffentliche IP. Bei IPv6 bekommt jedes Gerät eine eigene globale Adresse – NAT wird unnötig.
Sicherheit: IPv6 hat IPsec (Verschlüsselung und Authentifizierung) von Anfang an integriert. Bei IPv4 ist IPsec optional.
Autokonfiguration: IPv6-Geräte können sich automatisch eine Adresse zuweisen (SLAAC) – kein DHCP-Server nötig.
Header-Effizienz: IPv6-Header sind vereinfacht und effizienter zu verarbeiten, was das Routing beschleunigt.
Die Umstellung kostet Zeit und Geld. Router, Server und Software müssen aktualisiert werden. Viele ältere Geräte und Systeme unterstützen IPv6 nicht. Zudem funktionieren beide Protokolle parallel (Dual-Stack), was die Dringlichkeit mindert. Deutschland liegt mit über 60 % IPv6-Verbreitung gut im Vergleich – viele Länder sind noch unter 20 %.
Als Nutzer merkst du meist nichts von der Umstellung. Moderne Router und ISPs unterstützen IPv6. Falls deine Verbindung kein IPv6 hat, läuft alles weiter über IPv4. Für Entwickler und Netzwerkadministratoren ist IPv6 jedoch ein wichtiges Thema das nicht ignoriert werden sollte.