Eine IP-Adresse (Internet Protocol Address) ist eine eindeutige numerische Kennung, die jedem Gerät zugewiesen wird, das mit einem Netzwerk verbunden ist. Ähnlich wie eine Postanschrift ermöglicht die IP-Adresse, Datenpakete gezielt an den richtigen Empfänger zu senden. Ohne IP-Adressen wäre eine gezielte Kommunikation im Internet schlicht unmöglich.
Es gibt zwei Arten von IP-Adressen: öffentliche und private. Deine öffentliche IP-Adresse ist die, die Websites sehen wenn du sie besuchst – sie wird von deinem Internetanbieter (ISP) vergeben. Deine private IP-Adresse ist nur in deinem Heimnetzwerk sichtbar und wird von deinem Router vergeben, z.B. 192.168.1.100.
IPv4 (Internet Protocol Version 4) ist die am weitesten verbreitete Version. Eine IPv4-Adresse besteht aus vier Zahlenblöcken zwischen 0 und 255, getrennt durch Punkte – zum Beispiel 203.0.113.42. Mathematisch ermöglicht das etwa 4,3 Milliarden eindeutige Adressen (2³²).
Das klingt nach viel – aber durch die weltweite Verbreitung von Smartphones, Smart-TVs, IoT-Geräten und Computern sind IPv4-Adressen faktisch erschöpft. Seit 2011 vergibt die IANA (Internet Assigned Numbers Authority) keine neuen IPv4-Adressblöcke mehr an regionale Vergabestellen.
IPv6 (Internet Protocol Version 6) wurde entwickelt um das Adressproblem zu lösen. Statt 32 Bit verwendet IPv6 128 Bit, was rund 340 Sextillionen eindeutige Adressen ermöglicht – genug für jeden Quadratmillimeter der Erdoberfläche mit Milliarden von Geräten. Eine IPv6-Adresse sieht beispielsweise so aus: 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334.
IPv6 bringt weitere Vorteile: integrierte Sicherheit durch IPsec, effizienteres Routing und keine Notwendigkeit für NAT (Network Address Translation). Deutschland gehört mit einer IPv6-Verbreitungsrate von über 60 % zu den führenden Ländern weltweit.
Die meisten Privatanschlüsse erhalten eine dynamische IP-Adresse – sie ändert sich bei jeder Einwahl oder nach einer bestimmten Zeit. Das ist aus Datenschutzsicht vorteilhaft, da eine Rückverfolgung erschwert wird. Unternehmen oder Serveranbieter nutzen häufig statische IP-Adressen, die sich nie ändern, was für Serverdienste wie E-Mail oder Webhosting wichtig ist.
Ja – aber nur eingeschränkt. Über eine IP-Adresse lässt sich in der Regel der Internetanbieter, das Land und grob die Region (Bundesland, Großstadt) ermitteln. Eine genaue Adresse oder der Wohnort sind über die IP-Adresse allein nicht feststellbar. Strafverfolgungsbehörden können jedoch beim ISP einen Anschlussinhaber anfragen – das ist für normale Nutzer nicht möglich.