Wofür wird WebRTC verwendet?
WebRTC unterstützt Echtzeitkommunikation im Browser, etwa für Gespräche und Datenaustausch. Die Nutzung von Kamera und Mikrofon verlangt eine passende Berechtigung. Das Sammeln möglicher Verbindungsadressen ist davon zu unterscheiden: Ein Diagnose-Test kann dafür einen Datenkanal vorbereiten, ohne Kamera oder Mikrofon anzufordern. Unser WebRTC-Test untersucht diese sichtbaren Verbindungskandidaten.
Was bedeuten ICE, STUN und TURN?
ICE organisiert mögliche Wege für eine Verbindung. Ein STUN-Dienst kann dem Browser eine von außen beobachtete Adresse mitteilen. TURN vermittelt Verkehr über einen Relay-Server, wenn das für die Anwendung nötig ist. Unser Check verwendet zwei Google-STUN-Dienste, aber keinen TURN-Server und keinen entfernten Gesprächspartner. Deshalb prüft er nicht, ob ein tatsächlicher Videoanruf über alle diese Wege funktioniert.
Welche Kandidaten stehen in der Tabelle?
- host: Eine Adresse einer lokalen Schnittstelle oder ein dafür eingesetzter mDNS-Name. Auch eine globale IPv6 kann zu einer Schnittstelle gehören.
- srflx: Eine serverreflexive, über STUN beobachtete Adresse. Sie kann zu einem Router, Anbieter oder VPN-Ausgang gehören.
- prflx: Eine bei Kommunikation mit einem Peer beobachtete Adresse. Ohne entfernten Peer ist sie in diesem Test normalerweise nicht zu erwarten.
- relay: Eine Relay-Adresse. Unser Check richtet keinen TURN-Zugang ein; das Fehlen eines Relay-Kandidaten ist deshalb kein Mangel.
Warum erscheint ein Name mit .local?
Ein mDNS-Name kann eine lokale IP in den weitergegebenen Kandidaten ersetzen. Er ist keine öffentliche Wohnadresse. Der Test versucht nicht, diese Maskierung zu umgehen oder die dahinterliegende lokale IP zu ermitteln. Auch eine sichtbare private Adresse wie 192.168.1.20 ist keine öffentliche Anschlussadresse.
Wie prüfe ich einen VPN-Zugang?
- Notiere bei Bedarf deine öffentliche IP ohne VPN über Meine IP.
- Verbinde das VPN. Lade anschließend die WebRTC-Seite neu, damit die HTTP-Referenz zum aktuellen Zugang gehört.
- Starte den Test. Die HTTP-Referenz beschreibt die Verbindung, mit der die Seite abgerufen wurde; sie deckt nicht automatisch beide IP-Versionen ab.
- Vergleiche eine öffentliche IPv4 nur mit einer IPv4-Referenz und eine IPv6 nur mit IPv6. Fehlt die passende Referenz, ist keine direkte Bewertung möglich.
- Bei einer Abweichung prüfe die erwarteten Ausgänge und Einstellungen deines VPNs. Teste nach Änderungen erneut.
Ist jede zusätzliche öffentliche Adresse ein Leak?
Nein. Mehrere erlaubte VPN-Ausgänge, Split-Tunneling oder unterschiedliche Wege für IPv4 und IPv6 können zusätzliche Adressen erklären. Umgekehrt ist eine identische Adresse kein vollständiger Nachweis für Schutz in jeder Anwendung. Relevant ist, ob die beobachtete Adresse außerhalb des von dir erwarteten und gewünschten VPN-Wegs liegt. Der Browser-Test kennt diese Erwartung nicht automatisch.
Was bedeuten Grün, Gelb und neutrale Hinweise?
Grün mit Häkchen beschreibt die Übereinstimmung einer öffentlichen Adresse mit der HTTP-Referenz derselben IP-Version. Gelb weist auf eine Abweichung oder eine eingeschränkte Erfassung hin. Neutrale Meldungen stehen etwa für mDNS, lokale Adressen oder eine fehlende Referenz. Rot bedeutet einen technischen Fehler. Keine dieser Meldungen ist für sich ein vollständiges Sicherheitsurteil über das VPN.
Warum liefert der Test keine Kandidaten?
Browserrichtlinien, Erweiterungen, Netzfilter oder nicht erreichbare STUN-Dienste können die Erfassung begrenzen. Nach spätestens acht Sekunden endet der Versuch; höchstens 64 unterschiedliche Einträge werden angezeigt. Ein Zeitlimit wird ausdrücklich als Teilbeobachtung markiert. Du kannst die Erfassung vorher abbrechen. Ein leeres Ergebnis beweist keine Leak-Freiheit und ein STUN-Fehler bedeutet nicht automatisch einen VPN-Fehler.
Welche Daten verlassen meinen Browser?
Beim Seitenaufruf sieht die Webseite die Quelladresse der HTTP-Verbindung. Erst nach dem Start dieses Checks kontaktiert der Browser stun.l.google.com und stun1.l.google.com auf Port 19302; die Dienste sehen die Quelladresse dieser Verbindung. Das Testskript lädt die Kandidatenliste nicht automatisch auf unseren Server hoch. Wenn du einen Bericht kopierst oder weitergibst, kann dieser die beobachteten Adressen enthalten.
Was sollte ich zusätzlich prüfen?
Der DNS-Leak-Test untersucht eine andere Frage: welche Resolver für die Testnamen beobachtet werden. Ein erfolgreiches WebRTC-Ergebnis ersetzt diese Prüfung nicht. Ein pauschales Abschalten von WebRTC kann Gespräche und andere Anwendungen beeinträchtigen. Ändere nur Einstellungen, deren Auswirkungen du verstehst, und teste die tatsächlich verwendeten Anwendungen anschließend erneut.